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  Isolierglas
 

Isolierglas

Der Begriff Isolierglas bezieht sich auf das Mehrscheiben-Isolierglas, eine Verglasungseinheit aus mindestens zwei Gläsern, die durch einen Scheibenzwischenraum (SZR, auch LZR (Luftzwischenraum) genannt, meist 8 - 16 mm) getrennt und nur durch einen Randverbund miteinander verbunden sind. Isoliergläser werden zur Wärme- und Schalldämmung oder zum Sonnenschutz eingesetzt. Der Randverbund wird mittels eines Abstandhalters hergestellt, der mit einem Trockenmittel (Aluminiumsilicat, Zeolit) gefüllt ist und mit Polyisobutylen (Butyl) eingeklebt wird. Der Abstandhalter besteht aus perforiertem Aluminium, verzinktem Stahl oder Edelstahl. Für eine weitere Verbesserung des U-Wertes der Isoliergläser werden heute auch thermoplastische Abstandhalter eingesetzt („warme Kante”). Zur Abdichtung des Isolierglases wird der Hohlraum außerhalb des Abstandhalterrahmens bis zur Scheibenkante mit Polysulfidpolymer (Thiokol) oder – seltener – mit Polyurethan gefüllt. Für Überkopfverglasungen oder Structural-Glazing-Isoliergläser wird als Dichtmaterial auch schwarzes Silikon verwendet, das zwar eine wesentlich bessere UV-Beständigkeit, aber eine deutlich höhere Diffusionsrate für die Füllgase aufweist.

Der damit weitgehend dampfdicht abgeschlossene SZR ist entweder luft- oder gasgefüllt. Der Wärmefluss durch Isolierglas ergibt sich aus:

  • Wärmestrahlung infolge des Emissionsvermögens der Scheibenoberfläche (Anteil ca. 65 % bei konventionellem Isolierglas ohne Wärmeschutzbeschichtung)
  • Wärmeleitung und Konvektion (Anteil ca. 35 % bei konventionellem Isolierglas ohne Wärmeschutzbeschichtung)
 
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