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  Brandschutzverglasungen
 

Brandschutzverglasungen
Wenn Gläser im System (mit Rahmen, Dichtungen und Befestigungsmitteln) den Flammen- und Brandgasdurchtritt für einen bestimmten Zeitraum verhindern, nicht aber den Durchtritt von Hitzestrahlung und die Gefahr der Selbstentzündung von Gegenständen hinter der Verglasung, werden diese als Brandschutzverglasung eingestuft (E (G) 30 - E (G) 120). Drahtglas, Glasbausteine und vorgespannte Gläser aus Borosilicatglas können die Anforderungen erfüllen. Vorgespanntes Borosilicatglas erfüllt beispielsweise in der Dicke 6 mm die Klasse E(G) 60, in der Dicke 8 mm die Klasse (E)G 120.

Hochwertige Brandschutzgläser, die den Durchtritt von Flammen, Brandgas und Hitzestrahlung verhindern und sich auf der dem Feuer abgekehrten Seite im Mittel nicht mehr als 140 K erwärmen, gehören den Klassen EI(F) 30 - EI(F) 120 gemäß EN 13501 (DIN 4102) an. Diese Klassen erfüllen beispielsweise Isoliergläser, bei denen im Scheibenzwischenraum eine salzartige Hydrogelschicht enthalten ist. Hydrogelschichten wirken durch Verdampfungsprozesse und die Salzstrukturen, die eine Hitzedämmung bewirken. Nach diesem Prinzip funktionieren die Brandschutzverglasungen "Contraflam/Swissflam" von Saint Gobain Glass. Optische Verzerrungen sind bei diesem System wegen der Gelschicht nicht ausgeschlossen.

Eine andere Variante sind sandwichartig angeordnete Wasserglasschichten zwischen dünnen Floatglasscheiben. Diese wirken durch Aufschäumen, Abspalten von Wasser und das Schmelzen des Glases. Die Gläser "Pyrostop" der Flachglas AG und "Promglas" der Fa. Promat sind nach diesem Prinzip aufgebaut. Bei nicht ordnungsgemäßer Fertigung können bei diesen Verglasungen winzige Bläschen im Bereich der Wasserglasschichten auftreten. Zur Verbesserung der UV-Beständigkeit der Verglasungen werden zusätzliche PVB-Folien in den Scheibenaufbau integriert.

Nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren auch Brandschutzgläser mit Bor-Aluminiumphosphat-Schichten, die sich auch als UV-stabil erwiesen haben und zusätzlich schalldämmend wirken ("Pyranova der Fa. Schott, nur bis F 30/EI 30).

Die Hersteller der Brandschutzverglasungen bieten mit verschieden Unterkonstruktionen von Partnerfirmen Systemlösungen an, deren Eigenschaften in Zulassungen erfasst und dokumentiert sind. Bereits bei geringsten Abweichungen von den Zulassungen ist eine Zustimmung im Einzelfall erforderlich.


Feuerwiderstandsklassen

Brandschutzverglasungen werden den Feuerwiderstandsklassen G oder F zugeordnet. Nach der europäischen Normung sind das die Klassen E (anstelle G) oder EI (anstelle F) und neuerdings EW. In Deutschland sind die alten Bezeichnungen jedoch noch weit verbreitet. Nach der europäischen Norm EN 13501-2 wird die Klassifizierung von Brandschutzverglasungen durch die Kombination von Buchstaben und Zahlen dargestellt:

  • E (G): Schützt den Raumabschluss gegenüber Feuer, heißen Gasen und Rauch.
  • EW (bisher nicht klassifiziert): Sichert den Raumabschluss gegenüber Feuer, heißen Gasen und Rauch und bietet einen reduzierten Durchgang der Wärmestrahlung.
  • EI (F): Gewährleistet den Raumabschluss gegenüber Feuer, heißen Gasen und Rauch und bewirkt zusätzlich eine thermische Isolation.

Die hinter der Buchstabenkombination angegebene Zahl steht für die jeweilige Mindestdauer, die das Glas standhält.

Die gebräuchlichsten Markennamen für G-Verglasungen sind "Pyrodur" (Pilkington AG), "Pyran" (Schott AG), "Pyroswiss", "Fivestar", "Vetroflam", "Dravel" (Saint Gobain Glass).

 
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